Klagenfurt auf dem Weg zur Klimaneutralität: Auftakt des City Science Lab Klagenfurt

Am 17. Dezember fand die Auftaktveranstaltung des City Science Lab – Universität Klagenfurt (CSL-AAU) statt – ein Abend, der ganz im Zeichen des Brückenschlags zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft stand, um Klagenfurts Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen. Forschende der Universität versammelten sich gemeinsam mit Vertretern des Magistrats und der Stadtwerke Klagenfurt, um ihre gemeinsamen Anstrengungen zu präsentieren und die Zukunft einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu diskutieren.

Martina Merz, Leiterin des CSL-AAU, führte als Moderatorin durch den ersten Teil des Abends und begrüßte die Ehrengäste, darunter Rektorin Ada Pellert, Wolfgang Hafner von der Stadt Klagenfurt sowie Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole.

Rektorin Ada Pellert betonte in ihrem Grußwort die Rolle der Universität als starken Partner, der die Stadtentwicklung interdisziplinär begleitet, getreu dem Motto: „Universities have departments, societies have problems.“ Zudem sicherte sie der Stadt volle Unterstützung für eine erneute Kandidatur zum „European Green Capital Award“ zu und unterstrich die Notwendigkeit, komplexe Klimathemen verständlich zu kommunizieren, um die Gesellschaft mitzunehmen.

Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee, erläuterte den Weg zur Klimaneutralität im Rahmen der „Cities Mission“ und identifizierte Gebäudesanierungen sowie den öffentlichen Verkehr als Schlüsselprojekte, um die Ziele bis spätestens 2040 zu erreichen. Er mahnte eindringlich, dass der Klimawandel keine Rücksicht auf Budgets nehme, und hob die Bedeutung der Kooperation mit der Universität Klagenfurt sowie die konsequente Umsetzung der bereits existierenden Strategien hervor.

Erwin Smole, Geschäftsführer der Stadtwerke Klagenfurt, berichtete von einem bereits erreichten Anteil von 90 Prozent biogener Fernwärme und betonte, dass die technische Umsetzung zwar beherrschbar sei, die größte Herausforderung jedoch in der Kommunikation und der Mobilisierung der Bevölkerung liege. Er lobte die einzigartige politische Einigkeit bezüglich der Smart City-Strategie und erklärte, dass Investitionen in Forschung notwendig seien, um Partner abseits des Tagesgeschäfts für innovative Lösungen zu gewinnen.

In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich heraus, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen, sondern durch breite interdisziplinäre Expertise ergänzt werden müssen, um gesellschaftliche Akzeptanz zu schaffen. Übereinstimmend wurde festgehalten, dass Klimaschutz eine konsequente Zusammenarbeit über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg erfordert, wie sie im Kontext des City Science Lab bereits erfolgreich gelebt wird.

Ein zentrales Highlight des ersten Veranstaltungsteils war die allgemeine Vorstellung des CSL-AAU durch Projektleiterin Martina Merz. Das City Science Lab bündelt Expertise aus allen vier Fakultäten, um innovative Lösungen für eine klimaneutrale Stadt zu entwickeln. Als Brücke zwischen Wissenschaft/Universität und Stadtgesellschaft will es maßgeblich zu den Bemühungen der Stadt Klagenfurt beitragen, Klimaneutralität zu erreichen. Seine Leitfrage lautet, wie eine nachhaltige Umsetzung der Klimaziele in Klagenfurt gelingen und dabei sichergestellt werden kann, dass im Sinne einer just transition niemand in der klimagerechten Stadt zurückgelassen wird. Zu den Highlights des ersten Jahres zählen erste Ergebnisse aus Forschungsprojekten an der Schnittstelle Kultur, Bildung und Kunst gemeinsam mit städtischen Partnern. Ein Höhepunkt ist auch der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit den Stadtwerken Klagenfurt sowie erste Ergebnisse aus den beiden vereinbarten Arbeitsbereichen: der Kreislaufwirtschaft und der Verbesserung von Energievorhersagen. Mitglieder des CSL-AAU engagieren sich vielfältig für die gemeinsamen Klimaziele, in Forschung, Lehre und Third Mission. Beispiele sind eine im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit Studierenden durchgeführte Umfrage zur Wahrnehmung der Luftqualität in Klagenfurt, ein Policy Brief mit Handlungsempfehlungen zum Umgang mit extremer Hitze oder die Dissemination von Kreislaufwirtschaftswissen.

Nach den Präsentationen auf der Bühne ging der Abend in eine lebhafte Postersession zu vier Themenbereichen über:

  • Von Akzeptanz zu Partizipation: Wie Zivilgesellschaft Klimaneutralität gestalten kann
  • Zwischen Dringlichkeit und Gerechtigkeit: Klima, Stadt und die Rolle der Kunst
  • Am Weg zur Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Energieversorgung
  • Klima, Kunst und Klagenfurt: Unterrichtsmaterialien mit und für Schüler:innen

Begleitet von Speis und Trank lud dieses interaktive Format die Gäste ein, direkt mit den Forschenden in den Austausch zu treten und sich über die aktuellen Projekte zu informieren.

Neben den Präsentationen stand der Abend vor allem im Zeichen des Networkings und des Perspektivenaustauschs. Die Veranstaltung bot Gelegenheit für spannende Diskussionen und stärkte die Zusammenarbeit zwischen Universität und zentralen Akteuren der Stadt Klagenfurt, um die Bemühungen für eine klimaneutrale Zukunft in Klagenfurt voranzutreiben.

https://www.aau.at/blog/klagenfurt-auf-dem-weg-zur-klimaneutralitaet-auftakt-des-city-science-lab-klagenfurt